Kissed

Allgemeines:
Titel: Kissed – Eine Liebe zwischen Licht und Dunkelheit
Autorin: Jennifer L. Armentrout
Genre: Romantasy
Verlag: Heyne (9. Dezember 2019)
ISBN-10: 3453320514
ISBN-13: 978-3453320512
Originaltitel: The Prince / The King – Wicked Novellas 
Preis: 11,99 (Kindle-Edition)
14,99€ (Broschiert) 
Seitenzahl: 512 Seiten
Weitere Bände: Wicked, Torn, Brave
Inhalt:
Er ist kalt, herzlos, tödlich. Sein Name lässt Fae und Menschen zugleich erzittern: der Prinz. Verfolgt von den Schatten seiner Vergangenheit, ist alles, was Caden will, Rache. Rache an jenen, die ihn gefangen nahmen und mit einem dunklen Zauber in einen nie endenden Albtraum zwangen. Doch es gibt eine Person, die ihm helfen kann: Brighton. Nur hat die unschuldige junge Frau die Grausamkeit des Prinzen einst mit eigenen Augen erlebt. Niemals wird sie mit ihm zusammenarbeiten! Als Brighton hinter Cadens eisiger Fassade den Mann erkennt und das Feuer spürt, das zwischen ihnen brennt, beginnt sie zu wanken. Zu spät? Ein mächtiger Feind ist aus der Anderwelt zurückgekehrt, um den Prinzen erneut in das Monster zu verwandeln, das er einst war …

Bewertung:
Obwohl mich die Wicked-Reihe nach einem unspektakulären Band 1, einem recht peppigen Band 2 und einem eher mittelmäßigen Finale nicht unbedingt begeistert hatte und leider absolut nicht an meinen Favoriten von Jennifer L. Armentrout -„Dark Elements„- herankam, musste ich natürlich weiterlesen und der Spin-Off-Reihe noch eine Chance geben. Zum einen wollte ich unbedingt Ivy, Ren und Tink wiedersehen, auf der anderen Seite war ich total gespannt, wie sie es schaffen will, den Bösewicht schlechthin zum Love-Interest zu machen.

„Brighton?“ 
Ich versuchte verzweifelt, die Tatsache zu ignorieren, dass mein Name aus seinem Mund mich an stürmische Sommernächte denken ließ, und drehte mich ein letztes Mal zu ihm herum, obwohl mein Verstand mir zuschrie, es nicht zu tun. Ich konnte nichts anders. Mein Blick glitt über sein Gesicht, und ich unterdrückte ein Seufzen. Er war der mächtigste, tödlichste Fae von allen, und dieses Wissen minderte meine Faszination für seine männliche Schönheit nicht im Geringsten.“



Doch beginnen wir wie immer mit dem Cover. Auch wenn die Gestaltung nicht wirklich outstandig besonders ist, gefällt mir die warme braune Farbe, sowie die feine Oberfläche des silbernen Flügels, das als Hauptmotiv abgedruckt ist. Zusammen mit dem leuchtenden Pink und der schön geschwungenen Schrift ergibt sich eine runde Gestaltung, die gut in die Reihe passt. Die New-Orleans-Karte in der vorderen Lasche ist diesmal nicht ganz so hilfreich da die Handlung größtenteils in anderen Stadtteilen oder in nicht abgedruckten Gebäuden spielt. Im hinteren Teil des Umschlages ist nochmal ein Rückblick auf die drei Teile der Trilogie gedruckt. Nachdem ich „Wicked“ (=böse) als eher mäßigen Titel gesehen habe, „Torn“ (=zerrissen) schon viel besser zum Inhalt passte, „Brave“ wieder nicht unbedingt die einfallsreichste und außergewöhnlichste Wahl war, bin ich mit „Kissed“ sehr zufrieden. Obwohl ich zu Beginn deswegen die Augen gerollt hatte, musste ich bald feststellen, dass der Titel doch einen überlegteren Hintergrund hat, als gedacht.
Erster Satz: „War man ein schlechter Mensch, wenn man seine Freundin vollkommen, zu einhundert Prozent beneidete?
Wir steigen mit einer Art Prolog in die Geschichte ein, in dem die Protagonistin Brighton, die wir schon aus den drei anderen Bänden kennen, auf dem Nachhauseweg von einem Treffen mit Ivy und Ren von Fae überfallen wird. Sie überlebt den Angriff nur knapp – ihre Mutter, Merle, stirbt. Dann springt die Handlung zwei Jahre nach vorne und wir treffen eine ganz andere Brighton: getrieben von Ruhelosigkeit und dem Verlangen auf Rache, zieht sie jede Nacht verkleidet hinter dickem Make-Up, Perücken und kurzen Kleidern durch die Nachtclubs von New Orleans und versucht die Fae aufzuspüren, die ihr gewohntes Leben damals beendet hatten. Dass sie auf einer ganz heißen Spur ist, wird ihr klar, als sich Caden, der Prinz des Sommerhofs in ihre Suche einmischt. Wer ist der uralte Fae Aric, den er sucht und welche Rechnung hat er noch mit ihm zu begleichen? Kann sie dem atemberaubenden Prinz trauen, der unter dem Bann der Königin ihre beste Freundin Ivy entführt und beinahe die Welt  der Menschen zerstört hat? Und warum fühlt sie sich so von ihm angezogen? Obwohl ihr niemand etwas zutraut und sie im Orden nur noch als bessere Sekretärin gilt, macht sie sich auf die Suche nach dem uralten Fae und gerät in eine grausame Falle…
„Du bist kein Geist. Du könntest niemals einer sein – nicht, solange du so hell leuchtest wie die Sonne.“

Der erste Teil der Spinn-Off-Reihe ist von Beginn an eine Spur düsterer und ernster als die Wicked-Reihe. Die Handlung spielt zwei Jahre nach Ivys und Rens Kampf gegen die Königin Morgana, die versuchte, die Welt der Menschen zu zerstören. Nur mit viel Glück, Mut, Opfer und der Hilfe der Sommer-Fae konnte das Schlimmste verhindert und die Königin in die Anderwelt verbannt werden. Die beiden Prinzen Fabian und Caden verblieben auf der Erde und waren von ihrem Bann befreit. Prinz Fabian ist ja bekanntlich mit unserem Lieblings-Brownie Tink liiert und Caden … der sinnt nach Rache für alles, was Morgana und ihre Helfer ihm angetan haben. Die deutsche Ausgabe fasst die beiden englischen Novellen „The Prince – A Wicked Novella“ und „The King – A Wicked Novella“ zu einem Band zusammen, sodass eine klare Zweiteilung der Geschichte spürbar ist. Der erste Teil konzentriert sich vor allem auf das Kennenlernen der beiden Protagonisten und ihre Beziehung zueinander. Die Prioritäten zwischen Handlung und … Sonstigem sind also ziemlich klar gesteckt und es vergeht kaum eine Seite, auf der Caden nicht zumindest mal erwähnt wird. Aber da jede Seite ohne Caden eine langweilige Seite ist, ging das in Ordnung 😉 Der zweite Teil startet mit einigen Wiederholungen und beiläufigen Erklärungen, die man natürlich nicht braucht, wenn man beide Teile in einem Buch vereint hat. Hier tritt die Lovestory zugunsten von einigen actionreichen Szenen und vielen neuen Erkenntnisse ein wenig in den Hintergrund und auch die Erotik wird hier deutlich zurückgeschraubt.

„Spielt das denn wirklich eine Rolle? Welchem Hof sie angehören? Macht das einen Unterschied?“, fragte er herausfordernd. „Ja tut es.“ Es musste so sein.“

Zusammengenommen ergeben die zwei Novellen einen wirklich überzeugenden ersten Teil einer Spinn-Off-Reihe, die wie eine bessere Version der Wicked-Reihe daherkommt: spannender, witziger, emotionaler, brutaler. Jennifer L. Armentrout bringt mich mit humorvollen Anspielungen zum Lachen, mit prickelnder Liebe zum Schmachten, mit epischen Kämpfen zum Mitfiebern und mit schockierenden Wendungen und Cliffhangern zum Fluchen. Auch wenn ein gewisser Abschnitt im hinteren Teil sehr an ein bereits bekannter Abschnitt aus Ivys Leben erinnert und auch sonst kaum Neues kommt (Herummachen in Clubs, Sitzungen des Ordens, Zusammenkünfte auf dem Sommerhof und Kämpfe in dunklen Hinterzimmern), hat „Kissed“ eine mitreißende Dynamik, die ich in den anderen Teilen ein wenig vermisst hatte.

Das lag vielleicht auch zu einem gewissen Grad am Zusammenspiel der beiden Charakteren, auch wenn diese es leider immer noch nicht mit anderen ihrer Reihen (zum Beispiel mit Layla und Roth aus „Dark Elements“) aufnehmen können. Brighton ist eine Kämpferin, auch wenn ihr keiner Stärke zutraut, versteckt sie sich nicht hinter einem starken Retter und geht Nacht für Nacht alleine auf die Jagd nach den Fae, die ihre Mutter getötet haben. Dass sie immer wieder aufsteht, weitermacht und sich durch wenig aus der Ruhe bringen lässt macht sie mir sehr sympathisch, auch wenn sie diesen typischen „OMG-ich-bin-so-hässlich„-Komplex hat, den wohl alle YA-Protagonistinnen haben müssen (seufz). Mit ihrer Kämpfernatur, ihrem Sarkasmus und ihren Komplexen mutiert sie leider ein wenig zum Durchschnitts-Armentrout-Charakter, der zeitweise sehr stark an Ivy erinnert. Sympathisch, stark, witzig und mit einem Trauma aus der Vergangenheit, ist sie leider ein bisschen stereotyp und nicht sooo spannend. Sehr viel mehr holt hier Caden heraus. Der unheimlich gutaussehende, geheimnisvolle Prinz des Sommerhofs, ist eindeutig cooler als Ren und die beiden in Verbindung sind einfach toll!
„Warum nennst du mich so? Sonnenschein?“
„Weil ich dich einmal lächeln gesehen habe, und es war, als würde endlich die Sonne aufgehen.“
Das war einfach wow.
„Und deine Haare erinnern mich an ihre goldenen Strahlen“, fuhr er fort.“
Mein absoluter Lieblingscharakter Tink war natürlich auch wieder mit von der Partie. Wir lernten den kleinen Racker als etwa 30 Zentimeter großen Wicht mit einem Temperament für zwei Meter kennen, der gerne all seine kriminelle Energie darauf richtet, Ivys Amazon-Passwörter zu knacken, Cornflakes-Packungen zu klauen, seltsame Orgien mit Trollpuppen zu veranstalten und die Harry-Potter-Filme durch zu suchten. Hier zieht er teilweise bei Brighton ein, als Ivy und Ren auf (Hochzeits-!!!) Reise sind und mischt auch bei ihr die Bude ein wenig auf. Mit seiner verrückt-liebenswerten Art und seinen seltsamen Konversationen mit Fabian konnte er viele Situationen auflockern.
Der Schreibstil ist wie gehabt: auch der schlimmste Mord und Totschlag hält Jennifer L. Armentrout nicht davon ab, uns mit einem humorvollen Unterton ab und zu zum Lachen zu bringen. Zwischen all den romantischen, actionreichen und erschreckenden Szenen nimmt sie mit ihrem treffenden Humor vielen Problemen die Spitze und macht die Geschichte trotz ihrer Schwächen unglaublich unterhaltsam. Wir bekommen es hier wieder mit einer Menge wohlplatzierter Anspielungen auf Disney- Filme, „Harry Potter„, „Der Herr der Ringe“, „Twilight„, „Supernatural“ und „The Walking Dead“ vorgesetzt. Cadens und Brightons Sarkasmus, ihre Zweideutigkeiten, die vielen Insiderwitzen und vor allem die unglaublich lustigen und auch oft peinlichen Konversationen haben mir zusätzlich praktisch ein Dauergrinsen ins Gesicht tapeziert. Wortgewandt, witzig, dabei voller Andeutungen, Metaphern und mit grandiosen Beschreibungen von Gegebenheiten, Ereignissen, Emotionen und magischen Elementen führt sie uns durch die Geschichte, sodass die 500 Seiten wie im Flug vergehen.
„Nach dem Angriff hattest du keine Angst mehr. Du wolltest nicht mehr unsichtbar sein. Du hast dafür gesorgt, dass man dich sieht und hört. Du stehst für dich selbst ein. Du lebst. Sie haben dir eine Menge genommen, Brighton. Deine Mutter. Deine Zufriedenheit. Aber für mich sieht es so aus, als hättest du auch eine Menge bekommen. Nicht von ihnen, aber von dir selbst.“

Das Ende ist mal wieder auf die typische Armentrout´sche „haha-du-dummer-Leser-hier-hast-du-einen-krassen-Cliffhanger-jetzt-komm-damit-klar-und-zerbreche-dir-darüber-den-Kopf-bis-der-nächste-Teil-rauskommt„-Art, für die ich sie wirklich hassen könnte. Aber nur fast, denn dafür habe mich bei dieser Geschichte viel zu oft mit breitem Grinsen auf meinem Bett gesessen und mir gewünscht, in die Geschichte eintauchen zu können. Jetzt warte ich sehr gespannt darauf, dass der nächste Teil der Spinn-Off-Reihe erscheint, der im Englischen schon unter dem Titel „The Queen – A Wicked Novella“ angekündigt wurde. 


Fazit:
Ein wirklich überzeugender erster Teil einer Spinn-Off-Reihe, die wie eine bessere Version der Wicked-Reihe daherkommt: spannender, witziger, emotionaler, brutaler. Jennifer L. Armentrout bringt mich mit humorvollen Anspielungen zum Lachen, mit prickelnder Liebe zum Schmachten, mit epischen Kämpfen zum Mitfiebern und mit schockierenden Wendungen und Cliffhangern zum Fluchen.

Unter einem guten Stern

Allgemeines:
Titel: Unter einem guten Stern
Autorin: Minnie Darke
Genre: romantische Komödie
Verlag: Goldmann Verlag (21. Oktober 2019)
ISBN-10: 3442489474
ISBN-13: 978-3442489473
Preis: 9,99€ (Kindle-Edition)
10€ (Taschenbuch)
Seitenzahl: 576 Seiten
Originaltitel: Star-Crossed
Inhalt:
Als Justine (Journalistin, Realistin, Schütze) ihrem Sandkastenfreund Nick (Romeo-Darsteller im Theater, Träumer, Wassermann) wiederbegegnet, wird ihr eines sofort klar: Eigentlich war sie schon immer in ihn verliebt. Und als sie erfährt, dass er sich stets nach dem Horoskop der Zeitschrift richtet, bei der Justine arbeitet, beschließt sie, ihm ein Zeichen zu senden. Heimlich nimmt sie Änderungen am Wassermann-Horoskop vor, um ihm zu zeigen, dass sie füreinander bestimmt sind. Doch Nick missversteht ihre Hinweise völlig – und er ist nicht der Einzige, der sich von den Sternen leiten lässt…

Bewertung:
Immer wieder aufs Neue bemerke ich, wie sehr die Erwartung, mit der man an eine Geschichte herangeht, das Lesererlebnis und die Bewertung im Nachhinein beeinflusst. Von diesem Roman habe ich nicht mehr und nicht weniger als eine nette Liebesgeschichte für Zwischendurch erwartet. Bekommen habe ich jedoch einen klugen Feel-Good-Roman, der in filmischer Form wohl eine romantische Komödie wäre. Minnie Darke zaubert mit viel Witz und einem beständigen roten Faden eine charmante Geschichte über Schicksal, Zufall und die Macht der Liebe. 

Schon das Cover ist ausgeklügelt, detailreich und verspricht eine verspielte, verträumte Geschichte. Auf blauem Grund, der mit goldenen Sprenkeln und weißen Sternen durchsetzt ist, kommt der goldene Titel in erhabener Glitzerschrift gut zur Geltung. Ein ganz besonderes Plus ist jedoch, dass das Sternbild des Wassermanns, das in der Geschichte eine zentrale Rolle spielt und die weiße Silhouette der jungen Frau, die nach einem goldenen Stern greift, in der Dunkelheit leuchten. Das ist wirklich eine wundervolle Idee, die sowohl zum Thema der Sterne als auch zur Gestaltung im Allgemeinen passt. Auch innerhalb der Buchdeckel fallen viele passende Details auf. Anstatt in Kapitel ist das Buch durch Sternzeichen in Abschnitte aufgeteilt, in denen jeweils die Geschehnisse des passenden Monats erzählt werden. Der Erzählraum der Geschichte erstreckt sich über ein Jahr hinweg – also von „Wassermann“ zu „Wassermann“. Innerhalb der auf diese Art und Weise aufgeteilten Kapitel trennen passende Sternzeichensymbole den Text in Abschnitte. 

Erster Satz: „Nicholas Jordan wurde nicht etwa unter dem sternenklaren Himmel von Edenvale geboren, sondern im Krankenhaus – in einem unscheinbaren Backsteingebäude am Rand eines Städtchens, in dem es vier Pubs gab, keine Bank, ein öffentliches Schwimmbad, sechs Wohltätigkeitsvereine und jeden Sommer zutiefst verhasste Wasserrestriktionen.“


Mit diesem Satz beginnen wir unsere Reise durch die Leben von Nicholas Jordan und Justine Carmichael, zwei Sandkastenfreunden, die sich Jahren nach ihrem Wegziehen aus ihrer Heimatstadt wieder treffen. Während die realistische Schützin sofort weiß, dass ihre Gefühle, die sie als Teenager für ihn gehegt hat, so stark wie eh und je sind, ist Nick ein typischer Wassermann: ein Träumer und absolut blind für Justines Liebe. Um seiner Erkenntnis ein wenig auf die Sprünge zu helfen, beschließt die Journalistin beim Abtippen des Horoskops von Astrologie-Legende Leo Thornbury ein wenig zu schummeln, um ihm endlich die Augen zu öffnen und ihn subtil in die richtige Richtung zu weisen. Dabei hat sie aber weder bedacht, dass man ihre Äußerungen auch ganz anders deuten kann, noch dass sich Hunderte Menschen nach genau diesem Horoskop richten…
„Etwas Neues und Beunruhigendes, Herrliches und Erschreckendes, Berauschendes und Eigenartiges tobte in ihr. Es war als sei etwas aufgesprungen, wie das Popcorn auf dem Jahrmarkt. Und sie bezweifelte, dass sie es jemals wieder gut genug verstecken könnte, damit es keiner sah.“

Denn statt sich nur auf Nick und Justine zu konzentrieren, weitet sich die Perspektive des Romans auf die Leben der Wassermänner aus, die durch Justines Horoskop-Manipulationen verändert werden. In kurzgeschichtenartigen Episoden erzählt Minnie Darke von den unterschiedlichsten Menschen (und einem Tier), die durch Justines modifiziertes Horoskop ihr Leben auf den Kopf stellen und schwerwiegende Entscheidungen treffen, die wiederum weitreichende Folgen für das Leben anderer Protagonisten haben. Und so beginnt eine verworrene Geschichte aus abstrusen Einzelschicksalen und weitreichenden Ereignisketten, die sich bald als zusammenhängendes Gesamtkunstwerk entpuppt. Immer wieder gibt es Schlüsselszenen, in denen Nebenfiguren aufeinander treffen, auf Justine und Nick rückwirken und in einem wohlüberlegten Durcheinander auf ihr Happy End zu taumeln. Der durchgängige rote Faden kann jedoch nicht verhindern, dass die Geschichte mit fast 600 Seiten deutlich Überlänge hat. Vor allem zu Beginn, wo etliche Handlungsstränge eingeführt werden, kommt die Story eher langsam in Schwung und es dauert seine Zeit, bis zarte Verbindungen zwischen den Einzelgeschichten erkennbar werden. 


Trotz dass der Geschichte 100 Seiten weniger deutlich besser gestanden hätten, wird es nie langweilig und es kommen keine Leseflauten auf. Dafür sorgt in erster Linie Minnie Darkes netter, spritziger Schreibstil, der ihrem gut durchdachten Handlungskonstrukt ordentlich Leben einhaucht. Mit viel Charme und Witz zauberte sie mir immer wieder ein Lächeln aufs Gesicht und ihr Talent, ihre Protagonisten in abstruse Situationen zu manövrieren, hat mich einige Male sogar richtig zum Lachen gebracht. Die Autorin kann aber nicht nur lustig schreiben – viele schöne Wortbilder, spannende Zitate und bildreiche Metaphern schaffen auch eine verträumte Grundatmosphäre, in der der Glaube an die Sterne, das Schicksal, Magie und die Liebe ganz leicht fällt. Zur Astrologie bekehren konnte mich die Autorin dadurch zwar nicht (ich halte Horoskope nach wie vor für absoluten Humbug – die Psychologie-Studentin in mir sträubt sich vehement dagegen, Menschen nach dem Sternbild ihrer Geburt Persönlichkeitseigenschaften zuzuschreiben), dennoch werden hier komplexe Zusammenhänge zwischen Menschen, ihren Entscheidungen und der Wahrnehmung dessen, was sie als ihr Schicksal empfinden, auf sehr spannende Art und Weise deutlich gemacht.

„Justine sagte: „Aber Astrologie ist so…“
„Unwissenschaftlich?“, half Roma ihr auf die Sprünge.
„Unlogisch?“, schlug Alison vor. 
„Na ja… ja.“
„Womöglich ist es der Wunsch“, mutmaßte Alison verträumt, „nach einer anderen Welt. Einer Welt mit anderen Regeln.“ (…) „Ein großes Mysterium“, ergänzte Roma.
„Mit einem kleinen Hauch“, sagte Alison, „von Zauber.“




Mein einziger wirklicher Kritikpunkt ist, dass durch den Fokus auf einen ganzen Strauß an Figuren, Nick und Justine zwischenzeitlich ein wenig untergehen und die beiden viel oberflächlicher blieben, als bei einer Liebesgeschichte üblich. Auch wenn die beiden genauso liebevoll gezeichnet sind wie all die Nebenprotagonisten auch, konnte ich sie recht schlecht greifen und mich nicht zu hundert Prozent auf ihre Liebesgeschichte einlassen konnte. Auch die Dialoge zwischen Justine und ihrem Hirn empfand ich an manchen Stellen als etwas unpassend und seltsam. Dafür treffen wir auf einen bunten Haufen an Nebenfiguren. Hier tummeln sich eine vermögende Onkologin, ein lebensfreudiger Geburtenhelfer, ein einäugiger Hund, eine arbeitswütige Floristin, die Besitzerin der weltgrößten Sammlung an Diana-und-Charles-Hochzeitsgeschirr, eine junge Shakespeare-Streberin, ein Griesgram im Altersheim, eine ungewollt schwangere Stewardess, eine betrogene Pop-Legende, eine idealistische Grünen-Politikerin, eine alleinerziehende Nachwuchs Astrologin, ein glückloser Obdachloser, ein AC/DC-tätowierter Beamter und einige mehr. Man muss also in gewisser Weise gegeneinander aufwiegen, was einem selber wichtiger ist: abwechslungsreiche Diversität oder Charaktertiefe der Protagonisten? Im besten Falle wird beides erreicht, hier kippt das Verhältnis aber Aufbau-bedingt in Richtung der Vielfalt.

„Für dich gibt es auch noch ein Happy End.“ (…) „Und es wird kommen. Man weiß nie, was einen gleich um die nächste Ecke erwartet.“

Das Ende hat mich noch mal in meinem Urteil bestärkt, dass in dieser Geschichte viel mehr steckt, als ich ihr zu Beginn zugetraut hätte. Minnie Darke zaubert hier nämlich – was in den seltensten Fällen gelingt – ein perfektes Ende für alle kurz angerissenen Parteien und führt alle Handlungsstränge zu einem befriedigenden Ende während der Kitschfaktor sehr niedrig bleibt. Am Ende haben sich alle Einzelstränge zu einem runden Gesamtbild verwoben und es bleibt ein warmes, fröhliches Gefühl der positiven Überraschung zurück!

Fazit:

Ein kluger Feel-Good-Roman, der in filmischer Form wohl eine romantische Komödie wäre. Minnie Darke zaubert mit viel Witz und einem beständigen roten Faden eine charmante Geschichte über Schicksal, Zufall und die Macht der Liebe. Abzug gibt es nur für die Überlänge und die fehlende Tiefe der Hauptprotagonisten, welche jedoch durch einen charmanten, spritzigen Schreibstil und einen bunten Strauß an Nebenprotagonisten erfolgreich kaschiert werden.

Bring Down The Stars

Allgemeines:
Titel: Bring Down The Stars
Autorin: Emma Scott
Verlag: LYX (27. November 2019) 
Genre: New Adult
Preis: 9,99€ (Kindle-Edition)
12,90€ (Broschiert)
Seitenzahl: 400 Seiten
ISBN-10: 3736311281
ISBN-13: 978-3736311282
Weitere Bände: Light Up The Sky (31.01.20)
Inhalt:
„Sie sagt, sie liebt meine Seele. Doch meine Seele … bist in Wirklichkeit du!“

College-Studentin Autumn ahnt nicht, dass die wunderschönen Gedichte, die ihr der attraktive Connor schickt, von dessen Freund Weston stammen. Und obwohl Autumn sich stark zu Connor hingezogen fühlt, spürt sie auch zu Wes eine unerklärliche, tiefe Verbindung. Während ihre verwirrenden Gefühle Autumn zunehmend in Seelennot bringen, verstricken die beiden Freunde sich immer weiter in ihrer gut gemeinten Täuschung. Und als Connor nach einem Streit mit seiner Familie eine folgenschwere Entscheidung trifft, steht plötzlich noch viel mehr als nur ihre Freundschaft auf dem Spiel …

Bewertung:
Seit ich Emma Scotts „The Light In Us“ gelesen habe, würde ich mich auf jeden Fall als Fan bezeichnen, weshalb ich mich natürlich sehr über ihre neue Reihe gefreut habe. „Bring Down The Stars“ ist jedoch eng mit einem privaten Schicksalsschlage der Autorin verknüpft und in einer ganz anderen Zeit und Lebenssituation verfasst wie „The Light In Us“ – und das spürt man auch. So fiel die Geschichte ganz anders aus als ich erwartet hätte und ich bin mir noch nicht ganz sicher, wie ich das finden soll.

Weißt du, warum die Morgendämmerung so schön ist, Autumn?“, hatte Dad gefragt. „Weil jeder Tag die Möglichkeit von etwas Wunderbarem birgt. Du musst nur bereit sein dafür.



Das Cover ist ein üblicher LYX-Traum mit dem dominanten Titel in gravierten Großbuchstaben und den glitzernden Lichtpunkten auf dem creme-lila Grund. Auch wenn mir die Farb- und Lichtakzente sehr gut gefallen finde ich es ein wenig zu fröhlich und glamourös für diese teilweise eher schwermütige Geschichte. Versteht mich nicht falsch – die Gestaltung ist wirklich wunderhübsch, auf mich wirkt sie aber ein wenig zu harmlos. Das Cover des zweiten Teils mit dem dunklen Grund und den starken Akzenten, macht in meinen Augen da schon viel mehr her und kann die Dramatik besser einfangen. Geteilt in 6 Teile umfasst die Geschichte 32 Kapitel, die entweder aus Westons oder aus Autumns Sicht erzählt sind. Zu Beginn erklärt die Anmerkung der Autorin einiges zum Entstehungskontext, dann folgt eine kurze Playlist und ein anrührender Prolog über Westons Kindheit. Besonders schön ist jedoch dass ganz am Ende noch Westons Gedichte in englischer (also Original-)Fassung eingefügt worden sind, die eine ganz andere Magie entfalten als die deutschen Übersetzungen (auch wenn man an jener nichts aussetzen kann). Das war eine wunderbare Idee des Verlags, die einiges hermacht!

Erster Satz: „Ich war sieben Jahre alt, als mein Vater uns verlassen hat.“

Der Klapptext impliziert eine Dreiecksgeschichte zwischen Autumn, Connor und dessen Freund Weston, welcher ich eher mit gemischten Gefühlen entgegensah, da ich mit der typischen Dreiecksbeziehung in all den Jahren meiner „Lesekarriere“ selten eine gute Erfahrung gemacht habe. Anders als erwartet, steht hier jedoch der Protagonist und Sympathieträger des Lesers schon von der ersten Seite an fest und die Frage, wer Autumns wahre Liebe ist, wird dadurch vorweggenommen, dass der Prolog zu Beginn Nähe und Verständnis zu Weston aufbaut. Obwohl wir nach dem Prolog erstmal in Autumns Leben am Amherst College einsteigen, wo sie zuerst den attraktiven Connor mit dem gewinnenden Lächeln und dann den ebenso gutaussehenden Weston mit seiner beißenden Abwehrhaltung kennenlernt, ist Weston durch den Einschub seiner Geschichte von Beginn an der eigentliche Favorit des Lesers.

Auch im Laufe der Geschichte werden Autumns Gefühle für Connor durch das Wissen um die eigentliche Herkunft der anrührenden, perfekten Textnachrichten, Telefonanrufe, Briefe und Gedichte, die Autumn in Connors Namen erreichen, als Projektion und Täuschung entlarvt. Je näher sich Connor und Autumn kommen, desto mehr wundert sie sich darüber, wie er schriftlich so romantisch und perfekt sein kann, es aber oft nicht funkt, wenn sie sich gegenüber stehen. Auf der anderen Seite ist sie verwirrt von den Gefühlen, die Connors abweisender Freund Weston in ihr auslöst. Wer sich also von dem Ausblick auf eine Dreiecksgeschichte abschrecken lassen würde: wir haben es hier nicht mit einem nervtötenden Hin und Her zu tun sondern erleben ein authentisches, mitreißendes Gefühlsdilemma. Die Konstellation von Autumn, die nach einem enttäuschenden Beziehungsende eigentlich keine neue Liebschaft will, dem Aufreißer Connor, der seinen besten Freund um Ratschläge bittet und dem tiefgründigen Weston, der für die beiden aus Liebe nur das Beste will, hat eine herzzerreißende Dynamik, sodass bald klar wird, dass nicht jede Dreiecksgeschichte ein Reinfall werden muss.

Ganz langsam. Dir hat gerade jemand das Herz gebrochen, und du kletterst schon wieder auf den Felsvorsprung und überlegst, erneut zu springen. (…) Doch bei jedem Lächeln von Connor, jedem Lachen und jeder beiläufigen Berührung spürte ich diese Anziehung, die mir zuflüsterte, dass ich springen sollte, dass es mich glücklich machen würde. Nur erinnerte ich mich noch allzu gut, wie hart und unnachgiebig der Boden sein konnte.“

Ganz anders als gewohnt, lässt sich die Geschichte viel Zeit und konzentriert sich auf das Spannungsgefüge zwischen Connor, Autumn und Weston ohne dass es schnell konkret wird. Brodelnde Leidenschaft sucht man hier also ebenso vergebens wie Lockerheit und Fröhlichkeit. Denn trotz des zuerst eher unproblematischen Hintergrunds kommt der Roman weitaus schwermütiger daher, als erwartet, als überschatte eine dunkle Vorahnung die ersten Gefühle zarter Liebe. Zur Erschaffung dieser bittersüßen Grundstimmung, trägt vor allem Emma Scotts Schreibstil bei. Die Sensibilität, mit der sie dem Leser einen Blick ins Innere ihrer Protagonisten gewährt, die Grausamkeit, mit der sie uns und ihre Geschöpfe konfrontiert und die viele Liebe, mit der sie ihre und unsere Herzen heilt, sind wirklich erstaunlich. Sie erschafft durch die Mischung von drei zerbrechlichen und doch starken Protagonisten, einer wunderschöner und doch hässlicher Stadt und herzzerreißend traurigen und anrührend süßen Momenten einen ambivalenten Mix voller Kontraste, Wahrheit und Tiefgründigkeit.

„Sie haben die Liebe von tausend Herzen zu geben. Tausend Tränen können fallen, wenn ein Herz bricht. Aber weinen Sie nie vor Scham.“ Er nahm mein Kinn in seine große Hand. „Auch verlorene Liebe ist sinnvoll verschenkt.“

Das klingt ja soweit ganz wundervoll, also warum bin ich mir nicht sicher, was ich von der Geschichte halten soll? Hauptsächlich liegt das daran, dass mich Autumn als Protagonisten überhaupt nicht erreichen konnte. Trotz dass ich viele Gemeinsamkeiten mit ihr habe (Ausgehmuffel, Faible für Second-Hand-Chic, Workaholic, Studium mit Stipendium, immer überarbeitet, ehemaliges Landei), konnte ich sie nicht wirklich als Charakter greifen, weshalb mir ihre Seite der Geschichte schwer zugänglich blieb. Auch gegen Connor habe ich bald unabsichtlich eine Aversion entwickelt. Auch wenn er mit seinem strahlenden Lachen, der aufgeschlossenen Art und der Loyalität gegenüber Weston grundsätzlich sympathisch ist, hat mich sein Verhalten Autumn gegenüber oft ziemlich gestört und auch seine Blindheit gegenüber Westons Gefühlen hat ihm viele Minuspunkte eingebracht. So habe ich mich schon bald dabei erwischt, mir einfach nur zu wünschen, er möge doch endlich einfach gehen und Wes das Feld überlassen.
Der große Lichtblick, der die Schwäche der beiden anderen Protagonisten wieder ausbügelt ist Weston Turner, der zu den anbetungswürdigsten Charakteren gehört, von denen ich je gelesen habe. Er besitzt eine poetisch Tiefgründigkeit und gequälte Intensität, die Connor definitiv fehlt und das zeigt sich nicht nur darin, dass er wundervolle Gedichte schreibt. Nein, die Art und Weise, wie er seine Gefühle reflektiert, die Folgen seines Verhaltens auslotet und sein eigenes Glück hinter das der Menschen, die er liebt zurückstellt, ist einfach hinreißend, auch wenn er mich mit seinen masochistischen, aufopferungsvollen Zügen in den Wahnsinn trieb.



„Was ist passiert, dass Sie das Gefühl haben, selbst nichts Gutes zu verdienen?“ (…)
„Das Gute fühlt sich unerreichbar an“, murmelte ich. „Ich hatte mal etwas Gutes und habe es verloren.“ 

„Und jetzt greifen sie nur nach Dingen, deren Verlust nicht wehtut.“ (…) 

„Es ist zu spät“ 

„Ist es das? Sie sitzen hier quicklebendig vor mir, durch ihre Adern fließt Blut, ihre Lungen atmen. Für mich sieht das nicht nach zu spät aus.“

Dadurch dass man als Leser die ganze Zeit weiß, was Autumn verborgen bleibt und wie sehr Weston unter der Situation leidet, möchte man am liebsten in die Geschichte einsteigen und ihr die Wahrheit ins Gesicht brüllen. So einfach macht es uns die Autorin jedoch nicht und gerade als man denkt, die Geschichte bewege sich endlich in die richtige Richtung, schockiert sie uns mit einem fiesen Bruch. Durch eine im Affekt getroffene Entscheidung geht es plötzlich um weitaus mehr als unerwiderte Liebe. Doch anstatt die plötzliche Wendung zu nutzen um mehr Tiefe in die Geschichte zu bekommen, überspringt die Autorin wichtige Schlüsselszenen einfach durch extrem große Zeitsprünge, weshalb ich endgültig die Verbindung zu Connor und Autumn verloren habe. Etwas enttäuscht war ich auch, dass wir von den vielen Briefen, die Weston im hinteren Teil der Geschichte schreibt nur einen einzigen abgedruckt bekommen und so alles, was zuvor sehr langsam entwickelt wurde plötzlich viel zu schnell vonstatten geht.


„Eine kupferrote Strähne wehte über ihre porzellanweiße Wange. Ihr braunen Augen waren voller Gedanken über die Welt und die Menschen darin. Sie ist zu süß für meine Bitterkeit. Zu freundlich für meine boshafte Ader.

Und dann… dann kommt das Ende mit einem Cliffhanger, der es in sich hat. Anders als in den meisten YA-Büchern kommt kein übertriebenes Schmalz-Happy-End mit Flughafen-Renn-Szene, Heiratsantrag, Kinder oder Haus oder vielleicht ein Cliffhanger der „es gab einen schlimmen Streit, werden wir das je wieder gerade biegen„-Sorte, nein, Emma Scott lässt ihre Protagonisten in einer Szene zurück, bei der ich mich wirklich gefragt habe: „Warum tust du uns das an?„. Ein Ende, das gleichzeitig der Anfang einer neuen Geschichte voller Schmerz und Liebe ist … und auf die wir noch bis zum 31. Januar 2020 warten müssen!

Fazit:

Eine dynamische Dreiecksgeschichte mit bittersüßer Grundstimmung, die sich zu Beginn viel Zeit lässt, nur um nach einem fiesen Bruch mit dem heftigsten Cliffhanger aller Zeiten zu enden. Ein sensibler Schreibstil, viel Gefühle und „der anbetungswürdigste Charakter ever“ stehen sonst eher mittelmäßigen Protagonisten und einem überhasteten Schlussteil gegenüber, die meine Bewertung leider herunterziehen. Schön aber bei Weitem nicht Emma Scotts bestes Werk!

Montagsfrage 16.12.19

Guten Morgen,
jetzt beginnt offiziell der Endspurt! Nur noch drei Vorlesungen, zwei Tutorate, zwei Seminare und eine schriftliche Arbeit und dann habe ich endlich Ferien. Eigentlich schon traurig, dass ich nach der ersten Hälfte des ersten Semesters schon so ausgeknockt bin aber ich brauche ganz dringend eine Pause!

Welcher Autor war deine literarische Neuentdeckung des Jahres?

Diese Jahr habe ich viele tolle neue Autoren und ihre Geschichten entdeckt, sodass ich mich gar nicht recht entscheiden will. Ich bin endlich mal dazugekommen was von den NA-Autorinnen Brittainy C. Cherry und Emma Scott zu lesen, um die ja die letzten Jahre schon ein Hype entstanden ist. In Wenn Donner und Licht sich berührenstellt uns Brittainy C. Cherry zwei vielschichtige, etwas verkorkste, zerbrechliche und doch starke Protagonisten vor, die sich entgegen aller Wahrscheinlichkeit finden – bis das Schicksal dazwischen kommt. Diese Geschichte voller zuckersüßer Details, einem poetischen Schreibstil, leidenschaftlicher Musik, grausamen Wahrheiten, tiefem Schmerz und wahrer Liebe hat mich zu einem wirklichen Fan der Autorin gemacht. Auch „The Light in Usvon Emma Scott ist eine emotionale Geschichte über zwei verlorene Gestalten, die sich langsam gegenseitig heilen. Widersprüchliche Gefühle wie Liebe, Dunkelheit, Schmerz und nicht zuletzt der poetische Stil der Autorin machen das Buch für Fans des Genres zu einem absoluten Must-Read.

Sehr gefreut hat mich auch, dass ich dieses Jahr endlich mal dazu gekommen bin, Bücher von Leigh Bardugo zu lesen. Zuerst habe ich mit Diana und Alia aus „Wonder Woman – Kriegerin der Amazonen“ die Welt gerettet und schließlich meinen ersten Ausflug ins Grisha-Verse gewagt Ich liebe ihren Stil einfach: düster, magisch und spannend webt sie ihre Geschichte, nimmt uns mit an schillernde Schauplätze und schockt uns mit Überraschungen. Dabei tragen nie Kämpfe, Intrigen, Brutalität und Irrglaube den Sieg davon, sondern immer Mitgefühl, Freundschaft und Liebe, sodass sich wir nie vergessen, dass wir es im Grund mit einem kunterbunten Märchen zu tun haben. Ein Märchen voller fliegender Schiffe, unterirdischer Burgen, Ungeheuer, die Erde fressen, Vögel mit feurigen Schwingen, brennender Wasserfälle, gekappter Bergspitzen und Eisschlössern über den Wolken.

Eine weitere tolle Fantasy-Autorin, die ich dieses Jahr neu entdeckt habe – und vor der ich davor tatsächlich noch nie hörte – ist Naomi Novik. Sie hat mich mit „Das kalte Reich des Silbers“ beeindruckt. Das fantastische Porträt dreier starker Frauen in einer Welt voller Intrigen, winterlicher Kälte und dämonischem Feuer. Komplex, atmosphärisch, bewegend, düster und doch voller funkelnder Schönheit – so muss Fantasy sein!

Was zum Denken hat mir der junge Journalist und Autor Cory Doctorow durch seine Utopie „Walkaway“ mitgegeben. Dieser Roman ist eine schonungslose Analyse der gesellschaftlichen Probleme der Gegenwart und gleichzeitig ein hoffnungsvoller Ausblick der Humanismus und Digitalisierung zu einer spannenden Utopie verbindet. Viele interessante Gedanken und Visionen können jedoch leider nicht über eine riesige Überlänge und etliche Leseflauten hinwegtäuschen, sodass ich die Geschichte nicht uneingeschränkt weiterempfehlen kann. Wer sich von 736 Seiten Abstraktion aber nicht abschrecken lässt und auf der Suche nach neuen Gedanken über die Zukunft unserer Gesellschaft ist, könnte in diesem Roman definitiv eine literarische Neuentdeckung finden.

Wer mir ebenfalls eine ganz neue Perspektive verpasst hat, ist Angie Thomas. Ich rede hier jedoch nicht von ihrem Weltbestseller „The Hate U Give“ (den ich leider immer noch nicht gelesen habe), sondern von ihrem neusten Roman „On The Come Up„. Dieser ist nämlich eine erschreckende, authentische, berührende und wichtige Geschichte über die bittere Realität von Armut, Vorurteilen, Rassismus und Gewalt in der es neben schmerzhaft aufrichtiger Gesellschaftskritik jedoch auch um Hiphop als Instrument um die Stimme zu erheben und den Zusammenhalt zwischen Familie und Freunden geht. Überquellende Emotionen, die direkt unter die Haut gehen, eine starke Identifikationsfigur und eine wundervolle Message machen die Geschichte zu einem absoluten Must-Read.

Puh, jetzt habe ich schon 6 Autorinnen und Autoren aufgezeigt, die ich dieses Jahr erst neu entdeckt habe. Eine letzte – und vielleicht auch die inspirierendste – habe ich aber noch für euch: Laini Taylor. Die junge Fantasy-Autorin hat mich erst kürzlich mit ihrer Reihe um Lazlo Strange und die „Muse of Nightmares“ Sarai verzaubert. In „Strange the Dreamer – Der Junge der träumte“ und „Strange the Dreamer – Ein Traum von Liebe“ stimmen nicht nur die Handlung, die Protagonisten und das Setting – auch der Schreibstil gehört zu den schönsten, die ich jemals erfahren durfte. Legendäre Mysterien über wütende Götter, gestohlenen Wörtern, verschwindenden Namen, unzerstörbare Metalle, schreckliche Albträume, gequälte Geister, gefallene Engel, wunderschöne Monster, gewiefte Alchemie und unglaubliche Magie – sanft und poetisch, eindringlich und voll träumerischer Süße nimmt sie uns mit auf eine ereignisreiche Reise und entführt in die sagenumwobene Stadt Weep. Im Großen wie im Kleinen findet sie dabei großartige und manchmal auch absurde Sprachbilder, die uns ihr Setting oder die Gefühle der Protagonisten näher bringen und als weiteres Alleinstellungsmerkmal hervorstechen. Dabei kommen auch detailreiche, bildhafte Ausschmückungen nicht zu kurz, sodass eine magische Atmosphäre entsteht. Diese Geschichte besteht praktisch nur aus diesem gewissen, magischen Etwas, dem fantastischen Prickeln, das man nur in wenigen Büchern findet.
Wer diese sieben Autorinnen und Autoren also noch nicht kennt – meine dringende Empfehlung!

Über welche Autoren seid Ihr dieses Jahr neu gestolpert und welche Schätze habt ihr dadurch entdeckt?

Liebe Grüße
Sophia

Die Wahrheit, wie Delly sie sieht

Allgemeines:
Titel: Die Wahrheit, wie Delly sie sieht
Autorin: Katherine Hannigan
Verlag: Carl Hanser (3. Februar 2014) 
ISBN-10: 3446245138
ISBN-13: 978-3446245136
Preis: 14,90€ (gebundenes Buch)
8,99€ (Kindle-Edition)
Originaltitel: True… (sort of)
Seitenzahl: 280 Seiten
Link: Hier klicken!
Inhalt:
Die elfjährige Delly ist anders als andere Mädchen: neugierig, unerschrocken und erfinderisch – und sie liebt Überraschungen. Sie lässt Tiere frei, wenn sie ihr leidtun. Sie beleidigt andere, ohne es zu merken. Sie leiht sich Sachen aus, weil ein Abenteuer lockt. Und sie prügelt sich schon mal, falls ihr jemand widerspricht. Bis Ferris in die Klasse kommt. Ferris ist auch anders: Sie spricht nicht und will nicht berührt werden. Alle respektieren das, nur Delly will wissen, warum. Doch sie muss erst lernen, Ferris’ Schweigen in Vertrauen zu verwandeln, bis diese sich öffnet. Als es geschieht, ist es die größte Überraschung, die Delly je erlebt hat. Und der Beginn einer großen Freundschaft.
Bewertung:
Kennt ihr diese Bücher, über die ihr gerne so viel sagen würdet, aber Angst habt, dass eure Beschreibung der Geschichte nicht gerecht wird? So ist es bei mir mit „Die Wahrheit, wie Delly sie sieht„. Dieses besonders Buch über Vertrauen, Freundschaft und Mut hat mich wirklich beeindruckt


Sie ist meine beste Freundin“, erklärte er. „Du aber bist mein Bestes-Überhaupt.“ Dellys Herz saß in ihrem Hals, deshalb konnte sie nicht sprechen und nickte nur. „Und du meines“; flüsterte sie.“

Das Cover meiner Ausgabe (die ältere aus dem Hanser-Verlag) gefällt mir viel besser als das neue (dtv-Verlag) und sogar – oh Wunder, dass ich das jemals sage – als das Originalcover. Ein strahlend blauer Himmel, ein unbeschwertes Mädchen, das abenteuerlustig von einem Ast baumelt, die Sonne, die warm durch das Geäst scheint – all das erweckt in mir den Anschein eines lockeren Sommers voller Abenteuer und Freundschaft. Auch der Titel ist passend und ein Alleinstellungsmerkmal. Warum es nun ausgerechnet um die „Wahrheit“ geht (auch im Originaltitel), ist mir nicht ganz klar. Ich hätte die Geschichte wohl eher mit „Die Welt, wie Delly sie sieht“ betitelt. Auffällig ist, dass die 280 Seiten in 74 sehr kurze Kapitel aufgeteilt sind und dass ein „Dellexikon“ am Ende uns einen Überblick über Dellys kreative Wortneuschöpfungen ermöglicht.
„Delly Pattison, das bedeutet ärGER: kleiner ärger, der sich anschickte, GROSSER ÄRGER zu werden, und der seinem Ziel täglich näher kam.“

Dieses Mal will ich nicht mit dem ersten, sondern mit dem dritten Satz der Geschichte einsteigen – einfach weil er den Nagel auf den Kopf trifft. Delly Pattinson wird geradezu verfolgt vom Ärger und erinnert mit ihren verrückten Aktionen, die sich gerne mal als „Katastrofehler“ herausstellen und mit einer „Dellystrafung“ enden, an typische Wirbelwinde der Kinderliteratur wie „Pippi Langstrumpf“ oder den „Michel aus Lönneberga„. Dabei will sie eigentlich gar keinen Ärger verursachen und nur ihre Mutter Clarice stolz machen. Doch sobald sie der „dammdusslige“ Danny Novelos auf dem Pausenhof mal wieder ärgert, ein „Adellteuer“ winkt oder sie Lust auf „dellykate“ Schokodonuts bekommt, denkt sie nicht mehr an ihre Mutter, ihre Vorsätze oder die drohende „Dellyquentenfahrt“ im Streifenwagen von Wachtmeister Tibbetts, sondern sie handelt einfach. Als sie eines morgens mit der Vorahnung auf ein „Überraschenk“ aufwacht, ahnt sie noch nicht, dass die eher enttäuschende Enthüllung – eine Neue in der Klasse – ihr Leben verändert wird und sie durch eine „wunderherrliche“ Freundschaft endlich dem Ärger Lebewohl sagen kann…

„Ferris Boys?“ Ihre Freundin sah sie an. „Du bist mein bestes Überraschenk überhaupt“, flüsterte sie. Ferris Boyd schloss die Augen, als verwahre sie die Worte an einem Ort tief in ihrem Inneren. Als sie sich wieder öffneten, stellten sie eine Frage: Wird alles gut werden? Ferris Boyds Blick war so voller Hoffen, Sehnen und Flehen, dass Delly unwillkürlich nickte. Auch sie hoffte, sehnte und flehte.“



Wir steigen mit viel Karacho, Tempo und Witz in die bunte Welt von Delly ein, die es ihrer Umwelt mit ihrer impulsiven Art nicht gerade leicht macht, die aber noch viel mehr Gutes als Schaden anrichtet. Auf der Basis der warmherzigen, spritzigen Atmosphäre, die entsteht, entwickelt Katherine Hannigan eine traurige, ernste Hintergrundgeschichte. So wird das sensible Thema „Kindesmissbrauch“ eingebettet in die authentische, humorvolle Rahmenhandlung auch Kindern zugänglich gemacht, ohne dass irgendetwas verharmlost wird. Neben den kreativen Neologismen und Dellys „Missgeschichten“ sorgt auch der Schreibstil der Autorin für die genau richtige Balance zwischen Witz und Ernst. Ihre Art zu schreiben erscheint zunächst schlicht und einfach – dem jungen Publikum angemessen – und hält sich nicht mit großen Worten und Beschreibungen auf, geht aber trotzdem immer wieder unter die Haut und schafft eine berührende, heimelige Atmosphäre von Kindheit und Geborgenheit, die auch jeden Erwachsenen daran erinnert, wie kompliziert und einfach zugleich es war, ein Kind zu sein. Klug, unterhaltsam und berührend – diese Geschichte schafft es, alles drei zugleich zu sein, sodass es nicht nur Kinder sondern auch Erwachsene mitreißen, berühren und bereichern kann.

RB“, krächzte sie. Nicht, um ihm etwas zu verbieten, sondern um ihn wissen zu lassen, dass sie im Unrecht gewesen war. Denn Ferris Boyd hatte Delly eine Welt fern von allem Ärger gezeigt, und sie liebte diese Welt. Sie hatte gedacht, RB würde alles kaputt machen. Aber stattdessen hatte er sie noch besser gemacht. Er hatte sie mit warmer Weichheit gefüllt, sodass der Verschlupf sich jetzt wie der glücklichste Ort überhaupt anfühlte. RB blinzelte zu seiner Schwester hinauf. Sie nickte. Ohne Worte sagte sie ihm: Ich bin froh, dass du da bist. RB lächelte, dass man sämtliche Zähne sah. Und Delly musste sich abwenden, sonst wäre ihr Herz womöglich geplatzt.“

Ganz toll sind auch die liebenswerten, authentischen, wunderbar lebensnahen Protagonisten. Den Großteil der Geschichte bekommen wir aus Dellys Perspektive erzählt und – man muss diesen kleinen Wirbelwind mit dem Herz am richtigen Fleck einfach mögen. Sie ist verrückt und impulsiv, aber auch sehr feinfühlig und hat ein hohes Bedürfnis an Liebe und Bestätigung, weshalb sie der viele Ärger, den sie aus Versehen auslöst, sehr bedrückt. Eine erste Strategie gegen ihren Ärger erhält sie von ihrem kleinen Bruder RB, der seine große Schwester über alles liebt und für ein gemeinsames „Adellteuer“ fast alles tun würde. Er rät ihr, einfach zu zählen, wenn sie das Bedürfnis verspürt, sich wieder zu prügeln, zu spucken oder anderweitig Ärger zu verursachen. Das klappt aber eher mäßig – wirklich in den Griff bekommt sie ihre Impulsivität erst durch die sanftmütige, geheimnisvolle Ferris Boyd, die nicht spricht, nicht berührt werden will und dabei doch so viel zu sagen hat und so viele Herzen berührt. Durch die langsam entwickelnde Freundschaft lernt sie, anderen Menschen erstmal Fragen zu stellen, bevor sie ihnen ins Gesicht schlägt und kann so überraschenderweise vielen Konfrontationen aus dem Weg gehen. Weitere eindrückliche Nebenprotagonisten sind der freche, gemeine Danny Novelos, der Delly nur mobbt, weil er heimlich in sie verliebt ist und nicht weiß, wie er seine Zuneigung anders ausdrücken soll, der stotternde Brud Kinney, der in dem neuen, stillen Mädchen einen Basketball-Kumpel findet, mit dem er auch ohne Worte kommunizieren kann und die liebevolle aber etwas überforderte Mutter Clarice, die sich für ihre Kinder nur das Beste wünscht. Man muss sie alle einfach ins Herz schließen und bis zum Ende mit ihnen mitfiebern.

„Wer war das?“, wollte sie wissen. Sein Mund zuckte und verzog sich, während Liebe und Bosheit miteinander um seine Seele rangen. Schließlich murmelte er: „Niemand.“ Die Liebe hatte gesiegt.“

Das einzige Manko weshalb es nicht volle 5 sondern nur 4,5 Sterne geworden sind, ist das Ende, das mir für meinen Geschmack viel zu offen bleibt. Es bleibt vieles unausgesprochen und die große Problematik unabgeschlossen, sodass einige Enden der Handlung ein wenig unfertig in der Luft hängen. Gerade in einem Kinderbuch wäre es meiner Meinung nach unbedingt notwendig gewesen, die Problematik abzuschließen und eine Lösungsmöglichkeit auszuarbeiten.


Fazit:
Klug, unterhaltsam und berührend – diese Geschichte schafft es, alles drei zugleich zu sein, sodass es
nicht nur Kinder sondern auch Erwachsene mitreißen, berühren und bereichern kann.
Voller kindlicher Weisheit, emotionaler Wärme und geschmeidigem Witz!

Weihnachtsüberraschungen vom Bloggerportal…

 Hallöchen,
Weihnachten rückt immer näher und somit ist auch meine (wohlverdiente) Weihnachtspause endlich in Sicht. Ich freue mich echt riesig darauf, endlich mal wieder in Ruhe lesen, mein Leben sortieren und ohne Stress mit dem Lernen auf meinen Klausuren anfangen zu können (auf letzteres natürlich nicht unbedingt an erster Stelle). Dass mir in der Pause nicht der Lesestoff ausgeht, dafür hat die Verlagsgruppe Random-House gesorgt. 
Heute Morgen waren zwei Päckchen für mich in der Post, die diese zwei Schmuckstücke hier enthielten: einmal „Kissed –Eine Liebe zwischen Licht und Dunkelheit“ von Jennifer L. Armentrout, der eine Art ergänzender vierter Teil zur Wicked-Trilogie darstellt und sich diesmal dem „Bösewicht“ der Reihe widmet. Das ist zum Einen natürlich ein total spannendes Konzept, zum anderen kann ich mir noch nicht so ganz vorstellen, wie das funktionieren soll, weshalb ich umso gespannter bin, wie Jennifer L. Armentrout seine Geschichte erzählen will. Naqtürlich freue ich mich auch total, Ivy, Ren und Tink wieder zu begegnen.

Das andere Päckchen enthieltr „Unter einem guten Stern“ von Minnie Darke, welches nach einer total netten Geschichte klingt, die man wunderbar in der Weihnachtszeit lesen kann. Mit diesem Buch habe ich auch schon angefangen, ich kann euch also bis in ein paar Tagen sagen, wie es mir gefallen hat.
Liebe Grüße
Sophia

Lizzy Carbon und der Klub der Verlierer

Allgemeines:
Titel: Lizzy Carbon und der Klub der Verlierer
Autor:  Mario Fessler
Genre: Jugendroman
Verlag: Magellan (25. Juli 2016) 
ISBN-10: 3734850258
ISBN-13: 978-3734850257
Preis: 14,95€ (Gebundene Ausgabe)
12€ (Broschiert)
Seitenzahl: 240 Seiten
Weitere Bände: Lizzy Carbon und das Wunder der Liebe
Lizzy Carbon und die Qual der Wahl

    Inhalt:
    Das Leben macht es der dreizehnjährigen Lizzy nicht leicht: ein Körper, der tut, was er will, Eltern, die nichts kapieren, und Klassenkameraden, die abfällig auf sie und ihre beste Freundin Kristine herabgucken. Da macht das anstehende Schulfest die Laune nicht besser – denn da darf sie garantiert eh wieder nur die Gläser spülen. Als sie diesen Gedanken im falschen Moment laut ausspricht, hat sie plötzlich ihre eigene Projektgruppe mit allen Außenseitern der Unterstufe am Hacken. Doch schon bald stellt sie fest: Wenn so ein „Klub der Verlierer“ erst mal in Fahrt kommt, ist die Niederlage nicht so vorprogrammiert, wie alle denken …

    Bewertung:
    Wer sich vielleicht wundert, warum ich in letzter Zeit so viele Kinder-/Jugendromane lese – ich habe beim SuB-Abbauen noch ein tolles Paket vom Magellan Verlag gefunden, das mir (2016!!!!) drei Jugendromane eingebracht hat. Jetzt entspreche ich natürlich leider nicht mehr ganz der Zielgruppe (dank galaktisch langer Gammelzeit auf meinem SuB), musste mich den süßen Geschichten aber trotzdem unbedingt noch annehmen. Mein Fazit zu dieser Geschichte: charmant, witzig und ehrlich – wird aber den eigenen Ansprüchen nicht ganz gerecht. 

    Das Cover ist wie immer aus dem Magellan Verlag sehr aufwändig, liebevoll und süß gestaltet. In rosa und blau gehalten sind Tagebuchmotive, verspielte Kringel und Ranken zu sehen, was einen bunten Blickfang ergibt. Auch der Titel macht neugierig und deutet schon an, dass es wahrscheinlich eine Reihe wird. Durch verschiedene Schriftarten werden Lizzys Tagebucheinträge und ihre Erzählungen aus der Ich-Perspektive visuell voneinander abgegrenzt. Der kleine Countdown, der den Kapitelüberschriften angefügt ist, gibt an, wie viele Tage noch bis zum Schulfest verbleiben, bei dem Lizzy und ihr neu gegründeter Klub der Verlierer ihre Ergebnisse vorstellen müssen. Insgesamt eine runde, nette Gestaltung, die der Zielgruppe (Mädchen im Alter von 11 bis 15 Jahren) angemessen ist. 
    Wir steigen durch einen ersten Tagebucheintrag Lizzys in die Geschichte ein und lernen, dass sie und ihre Freundin Krissi in der Nahrungskette der Mittelstufe ganz unten stehen, dass sie sich von ihren Eltern, ihrem Körper und ihrem ganzen Leben verraten fühlt – die üblichen Teeanger-Probleme eben. Als sie bei einer Assembly der Schule über die Verteilung von Ämtern in Projektgruppen ihren Unmut äußert ist es rum mit ihrem unsichtbaren, gemächlichen Außenseiterleben – sie soll ihre eigene Projektgruppe mit all denen gründen, die in ihren Gruppen gemobbt werden – ihren eigenen Klub der Verlierer. Doch ist das wirklich nur neue Art der Erniedrigung, ein weiteres Kapitel der Schande oder ist das endlich ihre Chance, allen zu beweisen, dass auch Außenseiter etwas können?
    „Und deswegen sind wir das, was wir sind“, sagte Carsten, während er die Hand an seinem gestreiften Pulli abwischte. „Man sieht bei uns das, was man bei sich selbst verheimlicht.“
    Im Klub der Verlierer lässt der Autor unsere impulsive, spontane, etwas verpeilte Protagonistin zusammen mit ihrer opportunistischen besten Freundin Krissi auf eine übergewichtige Frustesserin, einen popelessenden Nerd, eine stille Zeugin Jehovas, einen türkischen Sohn eines Imbissbesitzers und einen schüchternen Jasager treffen. Was diese Kombination aus liebenswerten, am Klischee vorbeigeschriebenen Außenseitern alles auf die Beine stellen kann, lässt nicht nur Lizzys Eltern, ihre Lehrer und Mitschüler sondern auch den Leser staunen. Mit originellen Ideen und einer sensiblen Befassung mit den ernsten Themen wie Mobbing, Ausgrenzung und Mut zum Anderssein lässt der Autor die 240 Seiten wie im Flug vergehen. Mit charmantem, lockerem Erzählstil und vielen Witzen schildert er die schulischen Abenteuer, persönlichen Katerstrophen, Gedanken und Gefühle aus dem Leben eines ganz normalen Teeangers, der vor allem eins will: endlich dazuzugehören. Die jugendliche Erzählerin macht Mut für alle Außenseiter, die sich (scheinbar auf sich alleine gestellt) durch die Irrungen und Wirrungen der Pubertät kämpfen.

    Leider kann die Geschichte, den ernsten, wichtigen Themen, die sich der Autor vornimmt, nicht ganz gerecht werden. Wir erleben ehr Slapstick als cleveren Dialogwitz, die einzelnen Figuren wirken eher wie eine Parodie ihres zugrundeliegenden Klischees anstatt echten Tiefgang aufzubauen und der Humor geht oft auf die Kosten der Protagonisten. Hauptziel für die Witze des Autors ist die Protagonistin Lizzy, die leider etwas blass bleibt und mit der ich mich (vielleicht aufgrund des Alters?) nicht identifizieren konnte, da sie stellenweise widersprüchlich und unglaubwürdig wirkt. Ihre Ausdruckweise und ihr Hintergrundwissen passen oftmals nicht damit zusammen, wie sie sich benimmt, sich selbst sieht und wie sie auch durch ihre schulischen Noten beschrieben wird. Da sie aber erst am Anfang der Pubertät steht und noch viel Entwicklung, viele Probleme, Katastrophen, Glücksmomente und Offenbarungen vor sich hat, wird wohl auch viel ihrer Charakterisierung auf die zwei folgenden Teile verschoben. 
    Außerdem zieht sich der Mittelteil trotz der geringen Seitenanzahl ein bisschen, da zeitweise nicht viel Neues passiert und das Ende, das interessante Ideen und eine Wendung, die man nicht kommen sieht, beinhaltet, gerät dagegen etwas kurz. Die N-Experience hätte ich mir etwas ausführlicher gewünscht – so dahingestellt wirkt da Ende einfach nicht ganz rund und teilweise fragwürdig. 

    Fazit:
    Mit charmantem, lockerem Erzählstil und vielen Witzen schildert er die schulischen Abenteuer, persönlichen Katerstrophen, Gedanken und Gefühle aus dem Leben eines ganz normalen Teeangers, der vor allem eins will: endlich dazuzugehören. Die jugendliche Erzählerin macht Mut für alle Außenseiter, die sich (scheinbar auf sich alleine gestellt) durch die Irrungen und Wirrungen der Pubertät kämpfen.

    Leider störten mich aber Widersprüche, fehlender Tiefgang und Schwächen in der Handlungskonzeption zu sehr, um ein wirklicher Fan der Geschichte zu werden.


    Klassische Assassinen-Fantasy in ungewöhnlichem Gewand: „Der Hof der Wunder“

    Eine sehr spannende Geschichte ist am 2. Dezember 2019 im Piper Verlag erschienen: „Der Hof der Wunder“ von Kester Grant. Der Piper-Verlag wirbt damit, dass vor allem Fans von Leigh Bardugo diese Klassische Assassinen-Fantasy in ungewöhnlichem Gewand lieben werden – so bin ich wirklich sehr gespannt und habe die Geschichte auf meine Wunschliste gesetzt.

    Preis: 14,99€ (Kindle) 
    17€ (Broschiert)
    Seitenzahl: 416 Seiten
    ISBN-10: 3492705014
    ISBN-13: 978-3492705011
    Originaltitel: A Court of Miracles

    Inhalt
    In einem alternativen Paris des Jahres 1823 ist die Französische Revolution fehlgeschlagen. Skrupellose Aristokraten teilen sich die Stadt mit neun kriminellen Gilden, die die Unterwelt regieren. Zwischen den Gilden herrscht ein brüchiger Frieden. Nina, Angehörige der Diebesgilde, will ihre Schwester Azelma retten. Kaplan, der Oberste der »Gilde des Fleisches«, spezialisiert auf Menschenhandel und Prostitution, hat sie an sich gerissen. Aber die Diebe wollen sich nicht mit Kaplan anlegen. Die junge Waise Ettie soll Nina bei einem verzweifelten Befreiungsplan helfen. Doch unvorhersehbare Ereignisse wie eine Hungersnot und neue Revolutionäre zwingen die ungleichen Verbündeten dazu, sich den verfeindeten Gilden anzudienen und bis zur großen Zusammenkunft der Gilden, dem legendären Hof der Wunder, zu überleben. Aber als Kaplan auf die Spur der beiden kommt, droht in ganz Paris ein Krieg auszubrechen …
    Über die Autorin:
    Kester Grant ist eine britisch-mauritische Schriftstellerin. Geboren in London und aufgewachsen in England, im Kongo und auf Mauritius, fühlt sie sich heute mit ihrem Ehemann, ihren Hunden und Katzen überall dort zu Hause, wo ihr die besten Ideen zum Schreiben kommen. »Der Hof der Wunder« ist ihr erster Roman.

    (Quelle- Information und Coverbild: Amazon.de. Die Bilder und Cover, sowie die Inhaltsbeschreibungen und Klappentexte sind Eigentum des jeweiligen Verlages bzw. Schriftstellers oder anderweitigen Rechteinhabers.)

    Die (beinahe) größte Liebesgeschichte des Universums

    Allgemeines:
    Titel: Die (beinahe) größte Liebesgeschichte des Universums
    Autorin: Sarvenaz Tash
    Verlag: Magellan (25. Juli 2016)
    ISBN-10: 3734850274
    ISBN-13: 978-373485027
    Seitenzahl: 304 Seiten
    Originaltitel: The Geek’s Guide to Unrequited Love
    Preis: 16,95€ (gebundene Ausgabe)
    Link: Hier klicken!

    Inhalt:
    Immer an seiner Seite und doch so unerreichbar wie ein ferner Planet – das ist seine beste Freundin Roxy für Graham. Seit Monaten sucht er einen Weg, ihr seine grenzenlose, epische, unsterbliche Liebe zu gestehen. Bei ihrem gemeinsamen Wochenende auf der New Yorker Comic-Convention will er seine Chance endlich nutzen. Leider kommen ihm immer wieder ein gut aussehender Engländer, seine Schüchternheit und die geheimen Liebesgesetze des Universums in die Quere …

    Bewertung:
    „Die (beinahe) größte Liebesgeschichte des Universums“ – eine Geschichte mit sperrigem Titel, irreführendem Cover und total überraschendem Inhalt, die leider viel zu lange auf meinem SuB versauert ist und es erst vor einigen Tagen in meine Aufmerksamkeit geschafft hat. Erwartet hat mich ein herzerwärmender Ausflug ins Comic-Universum, der mit viel Witz und Anspielungen das Nerdherz erfreut und gut unterhält.

    Das Cover zeigt auf dunklem Grund verschiedene, liebevoll gezeichnete Elemente aus der Raumfahrt – eine Herzchen-Rakete, zwei Astronauten, Planeten und einige Sterne. Auch der Titel kommt durch weiße und rote Akzente auf dem schwarzen Grund gut zur Geltung. Insgesamt also eine wirklich schöne Gestaltung, die aber – und ja, es gibt ein großes ABER – für mich leider überhaupt nicht zu der witzigen Comic-Geschichte passt, die uns innerhalb der Buchdeckel erwartet. Schaut man sich das comicartige, klare Originalcover mit dem Jungen im Superman-Kostüm und roten Chucks vor der Skyline von New York an, könnte die verspielte, niedliche Gestaltung der deutschen Ausgabe mit den vielen Herzchen kaum unpassender sein und somit wohl vor allem männliche Teenager davon abhalten, zu dieser Geschichte zu greifen. Auch der Titel verliert durch die Übersetzung meiner Meinung nach den Pepp und Wiedererkennungswert des Originaltitels – „The Geek’s Guide to Unrequited Love“ (wörtlich übersetzt: „Die Streberanleitung zur unerwiderten Liebe“). Sehr nett sind zwar die illustrierten Kapitelanfänge, die die Gestaltung abrunden – leider können die Überschriften jedoch nicht mit den Comic-Fonds des Originals mithalten.

    Erster Satz: „Ich weiß, wir sind schon ewig befreundet, Roxana.

    So beginnt diese witzige, herzerwärmende Comic-Geschichte – indem uns der Ich-Erzähler Graham seine unsterbliche Liebe zu seiner besten Freundin und Comic-Partnerin gesteht. Um ihr endlich seine grenzenlose, epische Liebe zu gestehen und mit ihr zusammen in den Sonnenuntergang zu reiten, hat er sich einen ausgefeilten Plan zurecht gelegt: auf der diesjährigen NewYorker Comic Convention, die ihr gemeinsamer Lieblingsautor und Zeichner Robert Zinc besuchen wird, will er ihr durch die ultimative, perfekte Geste klarmachen, dass sie zusammengehören – nicht nur als Freunde. Was alles schief gehen kann, wenn ein nerdiger Teenager seine Liebe beweisen will, sichert uns Lesern ein unterhaltsames Lesevergnügen. 


    „Manchmal ist alles, was uns bleibt, das Wissen, dass in diesem Universum etwas Großartiges existiert, auch wenn es uns selbst verwehrt bleibt. Manchmal muss das genug sein“

    Mit Graham haben wir einen typischen Geek, Nerd oder Freak als Hauptprotagonisten, der so herrlich unnormal normal ist, dass er jede Menge Identifizierungspotential für jugendliche Leser bereithält. Denn mal ehrlich – in jedem von uns steckt ja gewisser Maßen ein Fangirl/Fanboy und Sonderling. In Verbindung mit dem liebenswerten Objekt von Grahams Begierde Roxy, seinem genauso nerdigen, besten Streberfreund Casey, der perfekten Streberin Felicia und dem viel zu gutaussehenden Englänger Devin, haben wir einen diversen, bunten Strauß an Protagonisten, der uns viel Spaß verspricht. Besonders toll ist, dass die Autorin bei der Erstellung ihrer Protagonisten nicht nur extra an typischen Klischees vorbei schreibt, sondern diese auch aktiv aufs Korn nimmt und somit auch jedem Kitsch-Faktor gekonnt aus dem Weg geht.

    „Alle hier – ob nun als Aliens, Zauberer, Zombies oder Superhelden verkleidet – wünschen sic doch mehr als alles andere, in einer solchen Geschichte zu landen, Teil von etwas Logischerem und Bedeutungsvollerem zu sein, als das wahre Leben es zu sein scheint. Denn selbst Welten, in denen es Drachen und Zeitmaschinen gibt, kommen einem manchmal geordneter vor als unsere eigene.“



    Etwas schade ist, dass die Geschichte fast den gesamten Zeitraum der Comic-Con abdeckt und es verpasst, die vier Tage Geschehnisse zu raffen. So wiederholen sich viele Erlebnisse der allgemein nicht sehr kompliziert gestrickten Handlung und auch das Ende ist recht vorhersehbar. Die Stärke der Geschichte ist also weniger die Spannung sondern mehr der Humor und die erzählerische Leichtigkeit. Angesichts der vielen Wortwitze, der Situationskomik und des subtilen Humors, der die Ausschnitte aus Grahams Teenagerleben auflockern, kann man recht gut über die fehlende Tiefe hinwegsehen und sich gut amüsieren. Mit etlichen gekonnt platzierten Anspielungen auf Filme, Schauspieler, Superhelden, Serien, Comics und Bücher huldigt Sarvenaz Tash den Fankult und erfreut mein eigenes Nerd-Herz. Man muss aber schon ein bisschen Comic-/ Marvel-/ Fantasy-/ Science-Fiction-Fan sein um viele der Anspielungen verstehen zu können. Wie sehr der Autorin das Thema am Herzen liegt merkt man auch daran, dass sie sich für ihre Geschichte neue Künstler und eine komplette fiktive Comic-Serie ausgedacht hat, die als Mittelpunkt und Insiderwitz des Romans fungiert. Trotz dass ich noch nie auf einer Comic Convention war – schon gar nicht in New York -, konnte ich mich gut in die Situation einfühlen und wurde durch endloses Schlangenstehen, Fangespräche, Fanfiktion, Signierstunden, Workshops, überfüllte Hallen, Vorträge und Interviews sehr an meine Erfahrungen auf diversen Buchmessen erinnert.

    Das Ende empfand ich als etwas kurz, abgewürgt und zu offen. Zwar passt es definitiv gut auf die Geschichte, ich hätte mir aber nach dem ganzen Aufblasen des Roxy-ewige-Liebe-Problems ein bisschen mehr Tiefe am Ende gewünscht. Nichtdestotrotz kann ich diese authentische, witzige, bunte, einfallsreiche Geschichte nur allen Jugendlichen auf der Suche nach einem netten, unterhaltsamen Zeitvertreib empfehlen!


    Fazit:
    Ein herzerwärmender Ausflug ins Comic-Universum, der mit viel Witz und Anspielungen das Nerdherz erfreut und gut unterhält. Authentisch, witzig, bunt und einfallsreich!


    Montagsfrage 09.12.19

    Guten Morgen,

    mein Wochenende war ziemlich verregnet und stürmisch – was aber auch sein Gutes hatte. Denn so bin mit meinem diesjährigen Leseziel von 100 Büchern fertig geworden und kann jetzt mit Stolz sagen „Challenge Completed“ 😉 Die heutige Montagsfrage passt insofern gut zu dieser Neuigkeit, dass ich schon mit dem Jahresrückblick angefangen habe und bemerken musste, wie wenig fremdsprachige Bücher ich mir dieses Jahr vorgenommen habe…

    Wenn ihr euch eine Sprache aussuchen könntet, in der ihr gern (neben denen, die ihr bereits kennt,) flüssig lesen könntet, welche wäre das?

    Zuerst einmal will ich – wie zu meiner großen Überraschung fast alle, die diese Frage bislang beantwortet haben – hervorheben, dass ich die deutsche Sprache wirklich mag und als meine Muttersprache sehr schätze. Gerade weil sie so komplizierte grammatikalische Strukturen beinhaltet, man wunderbar verzwickte Schachtelsätze bauen kann und der Wortschatz mit (Wikipedia zufolge) über 5 Millionen Wörtern echt groß ist, kann man sich ganz wundervoll ausdrücken und hat als Deutsch-Muttersprachler auch Zugang zu wichtigen Denkern, Poeten und Theoretikern der Geschichte.  
    Da sich mein Fokus (leider) sehr auf den deutschsprachigen Raum und Übersetzungen fokussiert, kann ich gar nicht mit Sicherheit eine Sprache herausstellen, die ich gerne flüssig beherrschen würde, sodass ich sie lesen kann. Die paar Brocken Französisch, die ich kann, helfen mir natürlich bei einem Roman überhaupt nicht weiter – wenn ich mich für die Literatur wirklich für eine Sprache entscheiden müsste, würde ich aber eher Spanisch, Russisch oder Chinesisch wählen, da mir durch diese Sprachen ein viel größerer, reichhaltigerer Markt eröffnet werden würde und ich so bekannte Klassiker lesen aber auch mir vollkommen neue Eindrücke in andere Kulturen erhalten könnte. 

    Ihr seht also, ich kann mich nicht wirklich entscheiden, was vielleicht auch daran liegt, dass ich mich schon längst von dem Gedanken verabschiedet habe, noch eine neue Sprache zu lernen. Das wäre zwar eine sehr verlockende Vorstellung – ich bin aber eher der naturwissenschaftliche Lerntyp und bleibe deshalb bis auf Weiteres bei Deutsch. Natürlich steht mir neben Deutsch noch Englisch zur Verfügung. Auch wenn ich recht gut englisch sprechen und auch lesen kann, beschränken sich meine Fähigkeiten zum flüssigen Lesen aber vor allem auf einfache Romane und wissenschaftliche Texte. Sehr schön fände ich, wenn ich auch schwierigere englische Literatur und Romane aller Epochen einfach lesen könnte ohne dass es ein regelrechter Kampf ist. Ich denke dabei nicht nur an Shakespeare sondern auch an Romane und Erzählungen von Wilde, Wells, Stevenson oder Swift, die in Originalsprache bestimmt ein Erlebnis sind.

    Welche Sprache würdet ihr gerne flüssig lesen können und habt ihr dabei bestimmte Schriftsteller und Werke im Blick?


    Liebe Grüße
    Sophia